Am 12.7. waren wir bei der Salzkammergut Trophy in Bad Goisern dabei, nachdem Anfang der Woche der Wetterbericht für Samstag viel Sonne versprach und wir uns spontan angemeldet hatten. Am Tag davor schaute es wieder ganz anders aus: heftige Gewitter und viel Regen hieß die Prognose und schon am Freitag Abend bei der Startnummernausgabe schüttete es recht ordentlich.
Dann der Start am Samstag. Die Berge ringsum wolkenverhangen. Ca. 10 Minuten vor 9.00 begann es programmgemäß zu regnen. Irgendwie absurd da 109km und 3.500 Höhenmeter biken zu wollen. Ich dachte zu diesem Zeitpunkt auch nicht ernsthaft daran zu finishen – ansich wollte ich wieder mal eine ordentlich lange Tour im Rahmen eines Bewerbes gemütlich radeln – quasi zum “Ausgleich” für die deutlich kürzeren Xterra-Trainingseinheiten. Aber jetzt war man schon mal da … und immerhin traten um die 1.500 andere Biker offensichtlich voll motiviert in die Pedale, um die Strecke B (109km) zu meistern.
Die ersten Anstiege und Abfahrten waren geprägt von Schlamm und Matsch und Schiebepassagen im kollektiven Gänsemarsch. Oftmals das selbe Szenario. Sobald es ein bisserl technischer wurde, begann irgendwer vorne zu wackeln und sich quer zu stellen. Überholmöglichkeiten waren oft spärlich – bin leider erst sehr spät zum Start gekommen und hatte auch entsprechend viele Teilnehmer vor mir.
Beim 2. Anstieg meinte ein Biker zu mir: “your tire is empty” – zu dem Zeitpunkt hab ich gerade mit gröberen Schaltungsproblemen gekämpft und nicht auf Anhieb verstanden – dann war mir klar: ein schleichender Platter. Ich fuhr wie immer bei Rennen ohne Schlauch/Pumpe da ich mit hart gepumpten Tubeless-Reifen die letzten 3 Jahre nicht eine Panne hatte. Kurz hab ich gedacht: ok, das wars.
Dann hab ich mir einen Ruck gegeben und bin zur letzten Servicestelle zurückgerollt und gelaufen. War natürlich total frustrierend, weil mir da hunderte Biker entgegen gekommen sind, die ich entweder überholt hatte oder denen ich sonst wahrscheinlich nie begegnet wäre. Bei der Servicestelle dann ein bisserl gewartet – letztlich aber sehr happy, dass mir ein Servicemann einen Schlauch eingezogen hat und ich weiter konnte – schätze gute 30 Minuten Zeitverlust.
Immerhin hatte es zu regnen aufgehört und die Sonne kam durch. Dann ging es flott dahin – über die Hütteneckalm, der Downhill über die Ewige Wand und in der Ebene bis zum Hallstätter See. Dann kam der 3. Anstieg rauf zur Rossalm – 1.000hm in einem Stück und mittlerweile brütende Hitze. Alles mit Dreck/Matsch verkrustet: Finger, Handschuhe, Kleidung, Trinkflaschen … die ersten 500hm hab ich brav überholt. Dann musste ich Tempo zurück nehmen, da plötzlich ein leises Hungergefühl aufkam. Hatte bis dahin – wie bei den Xterras gewohnt – ausschließlich Powerbar gegessen und viel getrunken.
Die letzten Meter zum “Gipfel” und zur Raststation hinauf waren eine ziemliche Quälerei – nicht zuletzt wegen der plötzlichen extremen Hitze und des aufkommenden Hungers. Oben dann ordentlich Salzstangerl und Kuchen abgegessen und auf der langen Abfahrt zum Gosausee super regeneriert. Am letzten Anstieg konnte ich wieder ordentlich überholen und bei wieder einsetzendem Regen die letzten 15km ins Ziel düsen.
Ohne Defekt, Schaltprobleme und den “Ernährungsfehler” wär sich die angepeilte Zeit unter 7 Stunden wahrscheinlich schön ausgegangen. So wurden es 7h 38min.
Hana fuhr die C-Strecke (53km, 1.600hm) in 4h 23min. Nachdem sie den Start erst um 11.00 Uhr hatte, konnte sie immerhin die Strecke regenfrei und die Panoramen großteils ohne Wolken genießen – gatschige Schiebepassagen blieben ihr natürlich auch nicht erspart, aber im Ziel blieben nur Begeisterung und Freude über die Faszination Salzkammergut Trophy.
Unser nächster Bewerb wird der zum Xterra-Cup zählende 3-Länder-Crosstriathlon am 2.8. – hoffentlich wieder bei so perfektem Wetter wie 2007 …


