Salzkammergut Trophy – 12.7.2008

Am 12.7. waren wir bei der Salzkammergut Trophy in Bad Goisern dabei, nachdem Anfang der Woche der Wetterbericht für Samstag viel Sonne versprach und wir uns spontan angemeldet hatten. Am Tag davor schaute es wieder ganz anders aus: heftige Gewitter und viel Regen hieß die Prognose und schon am Freitag Abend bei der Startnummernausgabe schüttete es recht ordentlich.
Dann der Start am Samstag. Die Berge ringsum wolkenverhangen. Ca. 10 Minuten vor 9.00 begann es programmgemäß zu regnen. Irgendwie absurd da 109km und 3.500 Höhenmeter biken zu wollen. Ich dachte zu diesem Zeitpunkt auch nicht ernsthaft daran zu finishen – ansich wollte ich wieder mal eine ordentlich lange Tour im Rahmen eines Bewerbes gemütlich radeln – quasi zum “Ausgleich” für die deutlich kürzeren Xterra-Trainingseinheiten. Aber jetzt war man schon mal da … und immerhin traten um die 1.500 andere Biker offensichtlich voll motiviert in die Pedale, um die Strecke B (109km) zu meistern.
Die ersten Anstiege und Abfahrten waren geprägt von Schlamm und Matsch und Schiebepassagen im kollektiven Gänsemarsch. Oftmals das selbe Szenario. Sobald es ein bisserl technischer wurde, begann irgendwer vorne zu wackeln und sich quer zu stellen. Überholmöglichkeiten waren oft spärlich – bin leider erst sehr spät zum Start gekommen und hatte auch entsprechend viele Teilnehmer vor mir.
Beim 2. Anstieg meinte ein Biker zu mir: “your tire is empty” – zu dem Zeitpunkt hab ich gerade mit gröberen Schaltungsproblemen gekämpft und nicht auf Anhieb verstanden – dann war mir klar: ein schleichender Platter. Ich fuhr wie immer bei Rennen ohne Schlauch/Pumpe da ich mit hart gepumpten Tubeless-Reifen die letzten 3 Jahre nicht eine Panne hatte. Kurz hab ich gedacht: ok, das wars.
Dann hab ich mir einen Ruck gegeben und bin zur letzten Servicestelle zurückgerollt und gelaufen. War natürlich total frustrierend, weil mir da hunderte Biker entgegen gekommen sind, die ich entweder überholt hatte oder denen ich sonst wahrscheinlich nie begegnet wäre. Bei der Servicestelle dann ein bisserl gewartet – letztlich aber sehr happy, dass mir ein Servicemann einen Schlauch eingezogen hat und ich weiter konnte – schätze gute 30 Minuten Zeitverlust.
Immerhin hatte es zu regnen aufgehört und die Sonne kam durch. Dann ging es flott dahin – über die Hütteneckalm, der Downhill über die Ewige Wand und in der Ebene bis zum Hallstätter See. Dann kam der 3. Anstieg rauf zur Rossalm – 1.000hm in einem Stück und mittlerweile brütende Hitze. Alles mit Dreck/Matsch verkrustet: Finger, Handschuhe, Kleidung, Trinkflaschen … die ersten 500hm hab ich brav überholt. Dann musste ich Tempo zurück nehmen, da plötzlich ein leises Hungergefühl aufkam. Hatte bis dahin – wie bei den Xterras gewohnt – ausschließlich Powerbar gegessen und viel getrunken.
Die letzten Meter zum “Gipfel” und zur Raststation hinauf waren eine ziemliche Quälerei – nicht zuletzt wegen der plötzlichen extremen Hitze und des aufkommenden Hungers. Oben dann ordentlich Salzstangerl und Kuchen abgegessen und auf der langen Abfahrt zum Gosausee super regeneriert. Am letzten Anstieg konnte ich wieder ordentlich überholen und bei wieder einsetzendem Regen die letzten 15km ins Ziel düsen.
Ohne Defekt, Schaltprobleme und den “Ernährungsfehler” wär sich die angepeilte Zeit unter 7 Stunden wahrscheinlich schön ausgegangen. So wurden es 7h 38min.
Hana fuhr die C-Strecke (53km, 1.600hm) in 4h 23min. Nachdem sie den Start erst um 11.00 Uhr hatte, konnte sie immerhin die Strecke regenfrei und die Panoramen großteils ohne Wolken genießen – gatschige Schiebepassagen blieben ihr natürlich auch nicht erspart, aber im Ziel blieben nur Begeisterung und Freude über die Faszination Salzkammergut Trophy.
Unser nächster Bewerb wird der zum Xterra-Cup zählende 3-Länder-Crosstriathlon am 2.8. – hoffentlich wieder bei so perfektem Wetter wie 2007 …

XTerra Nock & Lake: 5. Juli – Millstätter See

Der 2. Bewerb des heurigen XTerra-Austria-Cups wurde mit Spannung erwartet. Zum ersten Mal fand der “Nock & Lake” XTerra Cross-Triathlon am Millstätter See statt – über die klassische Xterra-Distanz von 1,5km Schwimmen (2 Runden mit 1 Landgang), 30km Mountainbiken (2 Runden) und 10km Crosslauf (2 Runden). Gleichzeitig gab es eine “Light-Version” mit jeweils 1 Runde – also genau der Hälfte der Distanzen.
Die Strecke wurde erst am Tag zuvor markiert und nachdem es da heftige Gewitter gab, fand sich am Vorabend kaum jemand, der die Strecke abgefahren ist und konkrete Infos hinsichtlich Terrain/Technik preisgeben konnte … Gerüchte wie “schon sehr heftig” bzw. “lustige Laufstrecke” kursierten … aber für die meisten hieß es am Tag zuvor auf jeden Fall “mal sehen was da kommt …”. Erwarten konnte man auf alle Fälle strahlenden Sonnenschein und – durch die heftigen Regenfälle am Vortag – eine sehr schwierige, rutschig-gatschige Bikestrecke.
Die 1. Überraschung am Renntag kam bei der Rennbesprechung: 1.500hm auf der Bikestrecke hieß es da – anstelle der im Vorfeld angekündigten 1.240hm …
Dann der Start: trotz des sehr kleinen aber durchaus gut besetzten Starterfelds gabs ein dichtes Gedränge und Gestoße beim Landstart am Weg ins Wasser … die erste 90°-Wende-Boje schon nach wenigen Metern: und da wollte jeder die Ideallinie … im Vergleich zu den trüben Gewässern beim Xterra Praha war es jedenfalls dennoch nahezu ein Genuss, im klaren Millstätter See die 2 Runden zu drehen. Nach der Wechselzone ging es mit dem Bike gleich steil bergauf. Eine Bachdurchfahrt, die mancher Teilnehmer auch zu Fuß durchquerte, jede Menge Steine und Wurzeln und irgendwann mal so steil, dass ein paar Meter doch das Schieben sinnvoller erschien als den Puls ans Limit zu treiben. Die 750hm waren ansich nur durch eine kurze Abfahrt unterteilt – ansonsten ging es stetig bergauf – meist auf wurzelig-steinigen Wald-Wanderwegen – 2 mal konnte man auf ein paar Metern Aspahlt etwas durchatmen und perfekt essen/trinken. Zwischendurch immer wieder super Ausblicke über den Millstätter See und die Berge ringsum, sodass man auch sehen konnte, wie schnell man auf der steilen Strecke an Höhe gewann. Dann die Abfahrt: über Wiesen und Trails ging es flott dahin – teilweise erschwerte tiefer Matsch die gerade Linie – für die einen gabs mehr, für die anderen weniger Schiebepassagen. Insgesamt war das Echo der Teilnehmer irgendwo zwischen “extrem” und “brutal” – für Xterra-Bewerbe gewiss ein ungewohnt hohes technisches Niveau – genauso wie die Lauf- bzw. “Kletter”strecke, die 2 mal in Runden à 5 km zu bewältigen war. Bachdurchquerungen, steile und felsige Bergauf- und noch steilere Bergabpassagen in tiefem Waldboden machten ein laufen im ersten Abschnitt großteils unmöglich. Die zweite Hälfte führte dafür geschmeidig am See entlang … alles in allem konnte man bei jedem Finisher eine gewisse Erleichertung im Gesicht ablesen, die Strecke bewältigt zu haben. Der Sieger, Bike-Profi und -Olympiateilnehmer Michi Weiss, absolvierte den Nock & Lake in sensationellen 2h 56min. Platz 2 ging mit 15min Rückstand an Micky Szymoniuk. Mit Platz 13 (Herren Gesamt) ging sich zwar für mich die bisher beste Platzierung in einem Cross-Triathlon aus – die Distanz zur Spitze war mit einer Zielzeit von 3h 51min allerdings auch schon mal geringer ;-)
Hana absolvierte den Nock & Lake light (halbe Distanz – also je 1 Runde) in 2h 36min – diesmal sturzfrei, aber leider auch ohne Stockerlplatz. Dafür fehlten aber nur knappe 10 Minuten.
Insgesamt war der 1. Nock & Lake ein sicherlich extrem anspruchsvoller Cross-Triathlon mit ungewohnt vielen Schlüsselpassagen – das Ganze eingebettet in eine traumhafte Kulisse … daher: 2009 wieder! Großen Dank auch an die Veranstalter, die einen zweiten “echten” XTerra nach Österreich geholt haben: super – und bitte weiter so!!!