Nach der hochwasserbedingten Verschiebung des XTERRA Vienna interessierte vor allem eine Frage im Vorfeld des XTERRA “Stier von Thalheim”: wie wird das Schwimmen in der Traun? Und die Antwort fand sich relativ rasch vor Ort: kalt und schwierig – die Querung mit den letzten Metern stromaufwärts durchaus extrem. Auf Grund der starken Strömung wurde die Strecke auf ca. 750m verkürzt – der Start erfolgte ca. 500m flussaufwärts der Wechselzone. Um 15.00 Uhr warfen sich etwas über 50 Schwimmer mutig vom improvisierten halb Ufer- halb Wasserstart in die 14° kühle Traun. Die ersten Meter gingen ungewohnt schnell vorüber – die Strömung nahm einen richtig mit und man musste nur aufpassen, die Bojen auf der richtigen Seite zu passieren und rechtzeitig die Querung einzuleiten.

Und das war für die meisten Schwimmer auch die größte Hürde. Vielen ging es wie mir: im Auge die letzte Boje noch einige Meter weit rechts vorne; danach folgt der Richtungswechsel stromaufwärts … also 3 Armzüge im Versuch möglichst nahe an die Boje heran zu kommen … wieder der Blick nach vor und auf die Seite – keine Boje in Sicht! Also der Blick nach hinten – “Wahnsinn, ich bin schon Meter an der Boje vorbeigetrieben!” Kurze Hektik und Stress … beim Versuch gegen die Strömung zu kraulen, entfernte sich die Boje immer mehr – also mit aller Kraft so weit wie möglich ans Ufer und dort wieder ein paar Meter auf Bojenhöhe angenähert. Die Steine an der Uferseite halfen enorm – immer wieder konnte man sich ein paar Meter nach vorne hanteln und mit den Füßen abstoßen – dann wieder ein paar Armzüge kraulen bis zu den nächsten Steinen. Das Ganze musste von oben (die zahlreichen Zuseher konnten die Schwimmer vom Trodasteg aus wunderbar beobachten) eher wie ein kollektiver Gänsemarsch in Ufernähe als ein Schwimmbewerb gewirkt haben. Irgendwann war es aber geschafft – die letzten Meter raus aus dem Wasser und in den Gedanken nur ein kurzes “Whow – geschafft!”. Schwimmen in einer natürlichen Gegenstromanlage – auch das unterscheidet XTERRA vom normalen Triathlon …
Nach der Wechselzone ging alles etwas gewohnter weiter. Tolle Stimmung herrschte vor allem rund um die Wechselzone und am Trodasteg, den man dreimal mit dem Bike passierte. Danach folgte ein langer flacher Streckenabschnitt entlang des Traun-Ufers – anfangs Asphalt, dann Schotter, dann schmal und kurvig durch den Wald, mal trocken, mal richtig schlammig. Über eine Brücke an das andere Ufer der Traun – dort bald sehr steinig und holprig weiter auf schmalen Wegen, bis man in Thalheim zum Reinberg abzweigte. Nach einer kurzen Tragepassage über steile Stufen wurde es richtig technisch: heftige Anstiege in sehr engen Serpentinen, zwei mal ordentlich steile Abfahrtspassagen auf tief matschigem Untergrund; dazwischen Mugel rauf, Mugel runter, tiefe Böden, Schrägfahrten … bis man wieder in Thalheim auf der Straße war und kurz vor dem Start-/Zielbereich noch über eine extra aufgebaute Brücke wieder Stufen rauf und runter das Bike schultern musste.
Diese Runde à 10km wurde drei mal gefahren, ehe man in die Laufschuhe durfte und auf ähnlichen Strecken wie beim Biken am Reinberg drei Runden drehte (gesamt 10,2km): dabei ging es pro Runde 2 mal Treppen hoch, 3 Anstiege im Wald, die durchaus in den Schenkeln brannten … und entsprechend einige Passagen bergab, die aber alle gut zu laufen waren.
Nach 2h17min war es geschafft und ich war im Ziel. Sowohl beim Biken (1:20:01) als auch beim Laufen (44:39) konnte ich wieder viele Teilnehmer überholen (aus dem Wasser kam ich als 31.) – auch noch auf der letzten Runde, die ich in der 5. schnellsten Zeit lief. Mit dem 8. Gesamtrang und Rang 2 in der Klasse Elite2 war das auch mein bisher bestes Ergebnis bei einem XTERRA und mein erster Stockerlplatz bei einer XTERRA-Siegerehrung 
Auch bei Hana lief im Großen und Ganzen alles erfreulich. Zwar kämpfte sie extrem beim Schwimmen, um gegen die starke Strömung die kräfteraubenden Meter flussaufwärts zu bewältigen. Aber geschafft hat sie es … und beim Biken und Laufen konnte sie wieder aufholen und ein paar Plätze gut machen. Am Ende schaffte sie auch eines ihrer gesteckten Ziele, die letzten 10,2km mit 240 zum Teil bösen Höhenmetern in 55 Minuten zu laufen. Nach 3h3min war sie als 4. von 6 Damen im Ziel, und Rang 3 in der Klasse Elite 2w gab auch wieder einen Stockerlplatz, der diesmal anstelle eines Pokals ein tongeformtes XTERRA-Stierhorn einbrachte.
Gewonnen hat den “Stier von Thalheim” der Slowake Peter Mosny in 2:04:55 ganz knapp vor Micky Szymoniuk (2:04:59) und dem Deutschen Sascha Wingenfeld (2:06:52).
Bei den Damen siegte Martina Donner (2:40:12) vor Marion Brandstätter (2:43:26) und Ines Baumgartner (2:54:43).
Insgesamt war der “Stier von Thalheim” ein top organisierter und überaus publikumswirksamer Bewerb. Neben dem XTERRA-Triathlon (41 Einzelstarter und 11 Staffeln) gab es einen Crosslauf auf derselben Lauf-Strecke (3,3km bzw. 10km mit insgesamt ca. 80 Teilnehmern).
Gratulation und herzlichen Dank vor allem an das Veranstalter-Team (Marktgemeinde Thalheim und www.4sports.at rund um Georg Berndorfer), das XTERRA-Team, an alle Helfer und die begeisterten Zuschauer am Streckenrand sowie an das Massageteam Lukas!
Weiter geht’s am 25. Juli mit den österreichischen Staatsmeisterschaften im Cross-Triathlon beim XTERRA Tirol und am Tag darauf (26. Juli) mit dem Gebirgs-Cross-Triathlon am Falkert See.
>> Ergebnisse Gesamt XTERRA Stier von Thalheim/Wels 2009
>> Ergebnisse Klassenwertung XTERRA Stier von Thalheim/Wels 2009
>> Ergebnisse mit Rundenzeiten XTERRA Stier von Thalheim/Wels 2009
>> ÖTRV XTERRA-Cup Zwischenstand Damen
>> ÖTRV XTERRA-Cup Zwischenstand Herren
