Österr. Staatsmeisterschaft im Crosstriathlon – leider eine Farce

Am 21.08. fand im Rahmen des 3-Länder-Crosstriathlons (3LC) die Österreichische Staatsmeisterschaft (ÖM) im Crosstriathlon statt.
Seit Jahren steht der 3LC für einen hervorragend organisierten und von der Idee her einzigartigen Bewerb im Bereich Crosstriathlon. Dass heuer eine Staatmeisterschaft darauf gesetzt wurde, erwies sich schon vor dem Rennen und vielmehr noch danach leider als Flop … nur ein paar Punkte seien hier gennant:

  • Terminkollision mit der XTERRA Europameisterschaft in Deutschland … Wertigkeit?
  • der Grundgedanke des 3LC (länderĂĽbergreifendes Miteinander von CZ-DE-AT-Athleten) durch den seperaten Parallel-Bewerb der AT-Meisterschaft verblasen
  • eine gekĂĽrzte Radstrecke ĂĽber noch mehr Asphalt als bisher, ein einziger kurzer Anstieg im Wald – 98% der Strecke haben da mit Mountainbiken leider gar nichts zu tun
  • der Radsplit dadurch ein reines Windschatten-Taktieren fĂĽr schnelle Schwimmer
  • Bojen die fĂĽr einen Triathlon eine Frechheit sind (dunkelgrĂĽn und winzig klein)
  • spontanes Neoprenverbot in einem Stausee mit eisig-kalten Strömungen … besonders peinlich die Wettkampfrichter-Durchsage “NeoprenanzĂĽge freie Wahl auch fĂĽr die Ă–M” 1h vor Start in der Wechselzone … jeder Teilnehmer daraufhin entsprechend gedresst und tw. kurz darauf bereits mit Neo im Wasser beim Einschwimmen – kurz vor dem Start dann doch die Spontan-Info “Neoverbot” … allgemeines Köpfe schĂĽtteln und Geschimpfe
  • am 10km Laufkurs dann eine einzige Wasser-Station bei km 3 – noch weit vor allen Anstiegen ĂĽber schattenlose Felder in sengender Hitze – absolut fahrlässig …

GlĂĽckliche Gesichter gab es im Ziel vor allem bei den Teilnehmern des “normalen” 3LC – Schwimmstrecke ohne Bojen; kein Neoverbot; keine vollkommene Dehydration auf der 7km Laufstrecke …
Toll war wie immer die Stimmung und Verpflegung im Zielbereich in Kollerschlag, die über vieles an diesem Tag hinwegtröstete. An dieser Stelle also vor allem ein großes Lob und Dankeschön an alle Helfer des 3LC!

>> Ergebnisse 3-Länder Crosstriathlon / Österr. Staatsmeisterschaft

Fotos: Bike24.cz, Marktgemeinde Kollerschlag:

XTERRA Italian Tour: Nordest, Revine Lago/Tarzo

Das in der heurigen Saison bisher spannendste und fĂĽr uns beste Rennen hatten wir am Samstag, 06.08.2011 im Rahmen der XTERRA Italian Tour beim XTERRA Nordest in Revine Lago, Tarzo.
Ausgezahlt hat sich die Reise in DIE Prosecco-Gegend Italiens (“Strada del Prosecco” – älteste WeinstraĂźe des Landes) aber auch kulinarisch und kulturell. Ich glaube nicht, dass es uns ohne dieses Rennen einmal in diese idyllische Landschaft des Venetos verschlagen hätte …

 

Am Renntag war es mächtig schwĂĽl und aufgelockert bewölkt – Start war erst um 15.30 Uhr. Dass Neoprenverbot war, hat uns nicht ĂĽberrascht – also mussten wir das Rennen noch “langsamer” angehen als sonst … aber nach den 2 Schwimm-Runden (gesamt 1,5km) begann fĂĽr uns beide eine tolle Aufholjagd am Bike.
Die sehr harten 30km fĂĽhrten ĂĽber gut 1.200 Höhenmeter. Gleich nach der Wechselzone ging es ordentlich bergauf bis zu einer längeren Schiebepassage mit anschlieĂźendem Downhill. Dann folgte Serpentine auf Serpentine hinauf zum 1. Gipfel (“La Posa”). Nach ca. 1km weiter bergauf am Kamm entlang begann ein endloser Downhill – anfangs sehr steil ĂĽber nass-rutschige Wurzeln und Steine, später rasant in vielen Serpentinen ĂĽber einen groben Schotterweg – insgesamt 1.000hm ohne Unterbrechung hinunter nach Soller. Von dort ging es noch durch ein ausgetrocknetes stufiges Bachbett und einen Hohlweg durch meterhohe Schilflandschaft zurĂĽck zur schmalen Seepromenade und in die Wechselzone, wo begeisterte Fans fĂĽr eine super Stimmung sorgten. Irgendwo hörte ich jemanden “sette” sagen, was mich zusätzlich motivierte, da ich wusste, dass mein Ziel (Platz unter den Top 10) schon realistisch war. Als ich dann in den Steigungen in beiden Laufrunden (gesamt knappe 10km) noch jeweils einen Teilnehmer ĂĽberholen konnte und als gesamt 5. im Ziel einlief, war das Gänsehaut-Feeling perfekt.
Am größten war aber die Freude, als ich Hana als 3. Dame gesamt in die Wechselzone kommen sah. Mit der 2. besten Bike- und der 2. besten Laufzeit schaffte sie dann auch den 3. Gesamtrang, der im Ziel gleich ordentlich gefeiert wurde.
Für mich ging sich zwar kein Stockerlplatz aus, dafür durfte ich mich über ein schönes Preisgeld und den schnellsten Bike-Split des Tages freuen :)

Sieger bei den Herren wurde Leonardo Ballerini vor Fabio Guidelli (Sieger beim XTERRA d’Elba 2010) und Francesco Dutto. Vor mir im Ziel auf Rang 4 war noch Antonello Pallotta (3. beim XTERRA d’Elba 2010).
Schnellste Dame war Chiara Campanelli. Rang 2 ging an die Spanierin Ana Celia Creus del Campo, die auf Elba im Vorjahr gesamt 4. wurde). Etwas ĂĽber 1 Minute nach ihr kam dann schon Hana ins Ziel …

>> Ergebnisse XTERRA Nordest 2011, Revine Lago – Tarzo GESAMT
>> Ergebnisse XTERRA Nordest 2011, Revine Lago – Tarzo DAMEN
>> Ergebnisse XTERRA Nordest 2011, Revine Lago – Tarzo KLASSEN


XTERRA German Tour: Friedrichroda, 17.07.2011

Letzten Sonntag konnten wir einen Besuch bei Hanas Eltern mit der Teilnahme am zur XTERRA German Tour zählenden Crosstriathlon in Friedrichroda verbinden.
Dabei starteten wir erstmals bei einem Triathlon im Freibad. Alle 20 Sekunden wurde ein Schwimmer auf die 8x50m im Zick-Zack-Kurs um die Bojen geschickt. Nach einem kurzen Lauf am Beckenrand ging es dann nochmals ĂĽber die 8x50m. Der Start selbst war dadurch ungewohnt “entspannt”, allerdings kam es später bei Ăśberholmanövern (v.a. im Bojenbereich) auch zu einigen Körperkontakten und auch beim Amten schwappte oft ungewohnt viel Wasser von entgegenkommenden Schwimmern der Nebenbahn in den Mund. DafĂĽr waren die insgesamt 800m dann recht flott vorbei. Im 19° frischen Wasser waren zum GlĂĽck auch Neos erlaubt :) .
Die Bikestrecke führte dann auf 30km in einer großen Schleife durch den Thüringer Wald – gut 90% der Strecke verliefen auf Autobahn-ähnlichen Forstwegen. Dazwischen gab es vereinzelte Trail-Passagen, die mit Steinen und engen Serpentinen gespickt waren.
Highlight war bestimmt die Fahrt durch die Bobbahn mitten im Wald – zuerst im “Auslauf” leicht bergab – dann ein paar (Steil-)Kurven bergauf – das Ganze begleitet von einer retro-nostalgischen Sprechserstimme, die jeden Teilnehmer mit Namen und Vereinszugehörigkeit willkommen hieĂź.
Negativ fiel leider die schlechte Streckenbeschilderung am Bikekurs auf. Wenn man so wie wir die Strecke nicht kannte, musste man bergab an Kreuzungen immer wieder unnötig abbremsen, um zu sehen, wohin es weiter ging. Auch einige Streckenposten konnten nicht auf Anhieb die Richtung weisen, was öfters unnötig Tempo kostete. Am schlimmsten war es dann auf der vorletzten flowigen Trail-Bergab-Passage, wo ein ca. 180° Abzweiger weder durch Pfeile noch durch Bänder noch durch einen Streckenposten sichtbar war. Irgendwann stand dann jemand vor mir und deutete, dass es hier nicht weiter geht – also umdrehen und einige Höhenmeter bergauf zur Abzweigung retour. Schade …
Die abschließende Laufstrecke führte 10km und etwa 250hm über Forstwege – zu Beginn länger und etwas steiler bergauf – ab der Hälfte fast nur noch bergab.
Im Start-/Zielbereich war die Stimmung durch zahlreiche Zuschauer und einen enthusiastischen Platzsprecher ausgezeichnet. Durch den Intervall-Einzelstart beim Schwimmen gab auch jeder bis zum Schluss ordentlich Tempo, da man ja während des Rennens nicht wusste, auf welchem Platz man sich befindet. Umso größer war die Spannung dann bei der Siegerehrung und die Freude, dass Hana bei den Damen den 3. Gesamtplatz schaffte bzw. in ihrer Altersklasse W04 Platz 1. Für mich ging sich leider nur Platz 6 gesamt bzw. Platz 2 in der AK M04 aus (mein Ziel am Start war ein Platz unter den ersten 3).
Gratulation jedenfalls an die Tagessieger – Schnellster bei den Herren war Lars Erik Fricke vom AC Apolda/X4cross; bei den Damen gewann Anne-Katrin Haberl vom  TSVE 1890 Bielefeld.
Insgesamt empfanden wir die Reise in den Thüringer Wald zum XTERRA Friedrichroda durchaus als lohnend. Die Bike- und Lauf-Strecke hätte für unseren Geschmack zwar etwas Trail-lastiger bzw. technischer sein können. Aber der Empfang durch die Veranstalter war sehr herzlich und sympathisch; ebenso Stimmung und Flair im Start-/Zielbereich – immerhin waren bei den unterschiedlichen Bewerben/Distanzen (Einsteiger/Jedermann/XTERRA/Staffel) über 500 Teilnehmer am Start – die meisten beim etwas kürzeren Jedermann-Crosstriathlon; beim XTERRA-Bewerb gab es insgesamt leider nur etwa 50 Starter.

>> Ergebnisse XTERRA Friedrichroda, 17.07.2011