XTERRA WM Maui 2009 – Ergebnis & Rennbericht

Es war ohne Zweifel ein einzigartiges Rennen und der heurige Saison-Höhepunkt – auch wenn das eigentliche Saisonziel mit dem heimischen ÖTRV XTERRA-Cup im September ganz zu unserer Zufriedenhait erreicht war und wir die XTERRA WM auf Maui quasi als Draufgabe sahen, bei der es schon eine absolute Besonderheit ist dabei sein zu können, war die Vorbereitung der letzten Wochen natürlich auch ganz von einem Gedanken getragen: möglichst gut abzuschneiden.

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Um es vorwegzunehmen: im Ziel waren wir beide happy und zufrieden – wir konnten ohne Pannen und quasi ohne Stürze finishen.
Unsere Zeiten & Ergebnisse (526 StarterInnen):
Hana: 4:38:22 = Platz 390/Gesamt – Platz 18 in der AG 30-34 W
Peter: 3:26:34 = Platz 129/Gesamt – Platz 19 in der AG 30-34 M

Details gibts jetzt in zwei Berichten:

Hana: Wenn ich zuvor gefragt wurde, was mein Ziel bei der WM ist, dann war meine Antwort „durchkommen“ … zum einen ohne Panne und zum anderen in der vorgegebenen Maximalzeit (die zweite Wechselzone sollte nach vier Stunden erreicht werden). Ich zweifelte und haderte im Vorfeld mit vielen Faktoren, aber das Schwimmen im Meer und die sagenumwogene Bikestrecke waren mit Abstand die grimmigsten.
In der Nacht vor dem Start träumte ich, dass wir nach dem Startschuss zum Meer liefen und uns meterhohe Wellen entgegen schwappten. Es stürmte gewaltig und die Ersten waren bereits in die Fluten gesprungen. Als ich meine Angst gerade überwunden hatte und mich aufmachte auch ins Wasser zu laufen, blitzte es und alle wurden aus dem Wasser geholt … in der Realität waren die Wellen zwar höher als ein paar Tage zuvor beobachtet, aber die Szenerie am Start hatte zum Glück nichts albtraumähnliches:
Segnung durch eine Priesterin, die a cappella gesungene amerikanische Nationalhymne und das natürliche Gewusel vor dem Schwimmstart ließen die Nervosität der letzten Tage und v.a. der letzen Stunden abfallen. Und dann war er endlich da: der erlösende Startschuss.
Nach der ersten Schwimmrunde schaute ich auf die Uhr und war etwas enttäuscht: 18 Minuten – ich hätte so gerne eine 15 gesehen, aber egal, ich hatte bereits eine Hälfte des Schwimmens geschafft und so schlimm wie befürchtet war es gar nicht. Wenn man sich von den Wellen tragen ließ, machte es richtig Spaß … also wieder hinein.
40 Minuten nach dem Schwimmstart saß ich auf dem Rad und fuhr meiner zweiten Herausforderung entgegen. Anders wie bei den meisten bisherigen Rennen war ich nicht alleine auf der Bikestrecke, was zwar kommunikativ durchaus eine Bereicherung war, aber kritische Situationen leider noch kritischer werden ließ. Bergab wie bergauf wurden die kniffligen Passagen durch Schiebende, Fallende oder schon Liegende Biker erschwert. Auch wenn ich viel bergauf fahren konnte, musste ich mich leider auch ab und zu in die Riege der Schiebenden, Fallenden und Liegenden einreihen. Alles in allem waren aber meine Zweifel und Sorgen im Vorfeld unbegründet. Die Bikestrecke war zwar anspruchsvoll, v.a. die Passagen bergab, bei denen viele grobe und lockere Steine lagen, aber im großen und ganzen für mich gut fahrbar.
Kurz vor der zweiten Wechselzone, die ich im übrigen nach 3h20 erreichte (Ziele erreicht 🙂 ), war einer der schönsten Momente: ich fuhr über den mugeligen, sehr englischen Golfplatzrasen auf die Wechselzone zu. Mit Blick auf das Meer und den anfeuernden „good job“-Zurufen der Zuschauer im Ohr wechselte ich in die Laufschuhe.
Ich wusste, dass der erste Teil der Laufstrecke der anstrengendste sein wird. Nicht nur weil die Sonne, die sich beim Biken zum Glück oft hinter schattenspendenden Wolken versteckte hatte, jetzt kein Erbarmen zeigte, sondern weil die ersten Meilen böse bergauf gingen. Nachdem die Verpflegstation „Oiltank“ und damit der höchste Punkt erreicht war, ging der Lauf endlich für mich los. Davor musste ich vieles bergauf gehen, da sich mein Kreislauf meldete. Dafür nutze ich diese „Pausen“, um mich zu verpflegen. Ich trank meinen Trinkgurt leer, füllte die Flaschen bei jeder Station auf und aß meinen halben Riegel und ein Gel. Das machte sich dann auf dem Rest der Laufstrecke bezahlt. Schritt für Schritt holte und überholte ich Läufer und konnte selbst noch am Strand laufen, wo meine Mitstreiter fast alle gingen.
Nach 4h38 lief ich durch den „Arc du Mondial de la Champineuse heureuse“ 🙂 und war mehr als glücklich, alle meine Ziele und noch ein paar mehr erreicht zu haben.

Tops:
– technisch schwierige bergauf Passagen gefahren zu sein
– Peter beim „Oiltank“ (Schnittstelle Bike-Laufstrecke) zu treffen
– Einfahrt in die zweite Wechselzone
– Zieleinlauf
– die Umarmung danach


Peter:
Wenn ich zuvor gefragt worden wäre, ob ich mit dem 129. Gesamtrang von 526 WM-Einzelstartnern – darunter über 60 Profis – zufrieden sein würde, hätte ich bestimmt JA gesagt … nach 3:26:34 waren die Gefühle im Ziel aber durchaus gemischt. Das Schwimmen (33min = Platz 392) war wieder einmal recht ernüchternd. Klar, diesmal gabs einfach ein wesentlich größeres Getummel am Start; und die Wellen waren am Strand auch nicht ohne und reichten beim Reinlaufen zum Teil bis zum Hals … aber ich hatte auch nie im Wasser wirklich das Gefühl in einen gscheiten Rhythmus zu kommen. Immerhin waren in der Wechselzone noch mehr Bikes an ihren Ständern als sonst 🙂
Das Biken lief an sich ganz gut … so konnte ich die 75. schnellste Zeit/Gesamt herausfahren … die zum Teil sehr knackigen und technischen Anstiege kamen mir zu Gute und ich fand am Rand meistens gute Gelegenheiten zum Überholen. Selten kam es zu Staus durch Engstellen, ab und zu kostete die Überholspur halt mehr Körner, da sie mit mehr oder größeren Steinen gespickt war als die Ideallinie. Trotzdem gelang es immerhin gut 280 Teilnehmer auf den ca. 31km/1.000hm am Bike zu überholen. Auch die Abfahrten kamen mir gelegen – Racing Ralph UST vorne und hinten mit 1,8 bar waren ideal (danke an Micky für den Tipp!). So fühlten sich die holprigen Abfahrten beinahe flowig an und machten echt Spaß.
Zum Glück waren immer wieder auch ein paar Wolken vor der Sonne – dennoch hinterließ die Hitze schon deutliche Spuren am allgemeinen Befinden.
Vor allem dann beim Laufen war ich sehr unsicher, wie ich die extreme Mittagshitze (beinahe ohne Schatten) auf 11km wegstecken kann … ich spürte die ungewohnte (Zusatz-)Belastung für den Kreislauf ziemlich und traute mich eigentlich an keiner Stelle wirklich Tempo zu machen. So lief ich mehr ein lockeres Trainingstempo – v.a. die beiden heftigen Anstiege zu Beginn, auch wenn die Beine sich noch ganz gut fühlten … ich wusste, dass ich durchs Biken ordentlich nach vor gekommen war – auch wusste ich dass ich keine Aussicht auf Platz 1-3 in der AgeGroup hatte – also wollte ich auch nichts riskieren und dann kurz vor oder im Ziel schwindlig werden, da ich bisher keine Erfahrungen mit Rennen/Belastungen im tropischen Klima hatte und nicht wusste wie Körper und Kreislauf darauf reagieren. Im „Spooky Forrest“ lag ein Läufer regungslos am Boden – 5 Helfer/innen um ihn – eine ohrfeigte ihn leicht und ich hörte nur „talk to me, talk to me!“ … auch das motivierte nicht gerade zu einem Endspurt.
Nach genau einer Stunde Laufzeit war ich im Ziel – die Verpflegung dort war top und die kalte Dusche am Hotel-Pool herrlich erfrischend!
Mein Rüsumé: geschwommen wär ich gern um 3-4 Minuten schneller, Biken war sehr ok, gelaufen wär ich gern 4-5 Minuten schneller. Vom Klima her ist Maui/Hawaii für mich ein phantstischer Urlaubsort – für Wettkämpfe am Leistungslimit liegen mir die heimischen Rennen mehr 🙂

Tops:
– schneller Bike-Split
– Hana beim „Oiltank“ (Schnittstelle Bike-Laufstrecke) zu treffen
– die letzten Lauf-Meter am Meer über schwarze Lavafelsen
– ein paar Pros im Ziel hinter mir

>> Ergebnisse XTERRA WM 2009 Maui Hawaii (PDF)

xterra wm 2009 maui hawaii

Ein Gedanke zu „XTERRA WM Maui 2009 – Ergebnis & Rennbericht

  1. Gratulation Euch beiden!
    Hab euren Blog die letzten Tage mit Spannung verfolgt 🙂
    Wnsch euch noch eine erholsame Zeit & hoffentlich bis bald bei dem ein oder anderen Renne in der 10er Saison!
    glg Christian

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