Top Race 2010: Alpin-Triathlon Uttendorf

Hana und ich starteten am Samstag, 12. Juni 2010 erstmals beim TopRace (letztes Jahr leider zeitgleich mit dem XTERRA Nock & Lake). Dieser „Alpin-Triathlon“ klingt von den Distanzen her zwar relativ kurz – ist aber von den Anforderungen her extrem knackig: 600m Schwimmen im Badesee von Uttendorf, anschließend 18km „Bergzeitfahren“ (Mountainbike – min. 1,4 Reifenbreite) mit 680hm das Stubachtal hinauf zur Talstation der Weißsee Gletscherwelt (Enzingerboden) und abschließend 830hm Bergflauf auf 5,5km zum 2.311m hohen Berghotel Rudolfshütte.

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Bei strahlendem Sonnenschein und extrem heißen Temperaturen fiel um 11.45 der Startschuss zum Schwimmen. Der Badesse von Uttendorf hatte immerhin angenehme 22°, sodass es unter dem Neopren nach den Startturbulenzen schon ordentlich dampfte. Leider lief das Schwimmen wieder mal alles andere als ideal. Nach jeder Menge Körperkontakt auf den ersten Metern fand ich mich bald eingezwickt hinter zwei Brustschwimmern, die offenbar nach explosiven 100m ihren Schwimmstil wechselten. Erst nach der Wende (kurzer Landgang) fand ich ein wenig in meinen Rhythmus. Die nächste Panne passierte dann beim 1. Wechselplatz (keine 10m hinter dem Schwimmausstieg) als sich der Zip vom Neo nicht auf Anhieb öffnen ließ (irgendwas hatte sich eingeklemmt). Ein bisserl genervt ging es dann aufs Bike und die ersten Kilometer flott hinein ins Stubachtal. Immer wieder bildeten sich anfangs kurze Windschattengelegenheiten – zum Teil mit Einzelstartern, zum Teil mit Staffel-Bikern. Einen sehr flotten 2er-Trupp (u.a. mit Wolfgang Ertl – 3. schnellster Bike-Split) musste ich nach einem höchst anaeroben Kilometer ziehen lassen – danach kam leider niemand mehr von hinten und die restlichen eher sanft steigenden Kilometer bis Schneiderau fuhr ich meistens gegen den Wind. Das überholen in den steilen Serpentinen motivierte wieder ein wenig und lenkte von der Tatsache ab, dass die Trinkflasche immer leerer und der Durst immer größer wurde.
Nach dem 2. Wechsel auf 1.480m Seehöhe ging es die ersten 300hm sehr steil in der prallen Hitze hinauf zur Seilbahn Mittelstation. Danach wechselten flachere Laufpassagen mit steileren Anstiegen über Steine und Schneefelder den Wanderweg hinauf zum Weißsee. Man musste jeden Schritt konzentiert setzen, um nicht irgendwo abzurutschen, zu stolpern oder in eine Pfütze zu treten. Das Teilnehmerfeld riss immer weiter auseinander – die vorderen Läufer schienen endlos weit weg und der Abstand nach hinten vergrößerte sich auch kontinuierlich. Insgesamt konnte ich beim Laufen noch drei Plätze gut machen und freute mich über alle entgegen kommenden Wanderer, die begeistert anfeuerten. Super war auch das Getränkeservice der Veranstalter und zahlreichen Helfer – alle Kilometer stand jemand mit gefüllten Wasserbechern.

Kurzes Video vom Top Race 2010:

Die Luft wurde gegen Ende zwar immer dünner aber damit auch angenehm kühler … nach 2:04:10 war ich ziemlich erschöpft im Ziel auf der Rudolfshütte, wo leckerer Kuchen und trockene Kleidung warteten. Hana war bereits 30 Minuten nach mir im Ziel und genauso happy, dass es dann mit der Seilbahn wieder rasch nach unten zu den Rädern ging. Mittlerweile hatte leichter Regen eingesetzt und es wurde schnell ganz schön frisch. Das Wetterglück stand beim TopRace jedenfalls ganz auf unserer Seite – 10 Tage zuvor gab es ja noch Schnee auf 1.500m … und auch am nächsten Tag verhüllten dunkle Wolken die Berge rund um die Rudolfshütte.
Abends gab es dann eine große Tombola und auch die Siegerehrung, die uns beiden in unserem ersten Rennen als „Berghis“ eher überraschend einen Stockerlplatz bescherte. Wir erreichten in unserer Altersklasse Elite 2 (30-39 Jahre) jeweils den 3. Rang. Dafür, dass am Donnerstag meine Teilnahme durch eine abrupte Verkühlung eher wackelte (2 Tage totale Schonung & literweise Tee), ein absolut erfreulicher Abschluss trotz des ungewollt großen Rückstands auf die Spitze 🙂
Robert Hotter gewann das Rennen in sensationellen 1:46:03 nur 15 Sekunden vor dem „Lokalmatador“ Gerhard Sinnhuber (beide AK Masters 40) und Andreas Daxberger (Elite 2 – 1:53:17). Bei den Damen siegte Andrea Höller (2:16:55) vor Dominique Angerer (2:23:59) und Waltraud Berger (2:28:06). Hana war mit 2:34:53 die vierte Dame im Ziel.
Ein großes Dankeschön gilt dem gesamten Veranstalter-Team rund um den TV Zell am See sowie allen Helfern und Sponsoren, die dieses einzigartige Rennen ermöglichten. Die Organisation war perfekt; das Startersackerl üppig gefüllt und die Stimmung im Festzelt hervorragend … ein echtes Top Race halt 🙂

>> Ergebnisse Top Race 2010

Top Race 2010